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BeitragVerfasst: Mo 10. Sep 2012, 16:47 
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The missing link:

"Impf-Stoff & Impf-Erde" : Ur-Rezept von Raoul H. France 1936

Bild

Erste Beschreibung eines Impfstoffs von Raoul France 1936 mit allen Organismengruppen und Verhältniszahlen.

Entnommen aus seinen Skizzenbüchern. Mehr daraus mit der Zeit folgend.

Gescannt von Fr. Dr. Aescht, Biologiezentrum des Landesmuseums Linz.


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BeitragVerfasst: Mo 10. Sep 2012, 19:34 
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Registriert: Sa 31. Jul 2010, 20:22
Beiträge: 598
Wow!

Geniale Sache und ein großer Fund für die Humusianer wie uns!

Danke,

Bernhard


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BeitragVerfasst: Mo 10. Sep 2012, 19:42 
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Registriert: Di 21. Dez 2010, 13:02
Beiträge: 51
Danke Winfried, wer hätte das noch erwartet !?!

Allerdings: die Impfrezeptur wurde wurde mit großer Sicherheit nach dem Try&Error-Prinzip weiterentwickelt und mit der Zeit vor allem auch an verschiedene Umgebungen und Ziele angepasst, wenn ich Annie richtig verstanden habe - somit ist es fraglich, welchen praktischen Wert diese frühe Rezeptur hat !?!


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BeitragVerfasst: Di 11. Sep 2012, 20:12 
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Registriert: Sa 21. Mai 2011, 17:35
Beiträge: 29
Eine tolle Entdeckung mal wieder!
Da die Mikroorganismen mit Nummern benannt sind: gibt es eine Liste, wo die Nummern genauen Bezeichnungen zugeordnet sind?
Viele Grüße,
Henrike


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BeitragVerfasst: Di 11. Sep 2012, 21:35 
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Registriert: Sa 12. Dez 2009, 18:31
Beiträge: 1212
Zitat:
Da die Mikroorganismen mit Nummern benannt sind: gibt es eine Liste, wo die Nummern genauen Bezeichnungen zugeordnet sind?

Du bist mal wieder schlau und genau.
Ja! Laß Dich überraschen ..



DAS Ur-Rezept

Den praktischen Wert dieser frühen Rezeptur kann ich noch nicht beurteilen.
Aber sehr wahrscheinlich ist aufgrund des Datums 1936 daß diese Rezeptur Grundlage der Kompostierungswerke in Salzburg, Wels und evtl. Budapest war. (nachzuprüfen)
Ebenso wird sie Kern der Patente von Raoul H. Francé gewesen sein. (nachzuprüfen)
Zumindest haben wir hier jetzt die Urheberschaft von Raoul France für die "Grund-Rezeptur" des Impf-Stoffes identifiziert.
Die Weiterentwicklung durch Annie France-Harrar war sicher bestimmt einerseits durch ihre Mitarbeit an der Grundrezeptur von Raoul H. Francé und andererseits ihre theoretischen und praktischen Kenntnisse über Boden-Mikroorganismen.
Die Wirksamkeit ihrer Rezeptur hat sie sicher durch praktische Versuche optimiert und an verschiedene Umgebungen und Ziele angepasst (vgl. die vier verschiedenen Impfziegel sowie ihre praktischen Anwendungen in Mexiko, Österreich, Ungarn). (nachzuprüfen)
Weiterhin ist noch im Auge zu behalten, daß der durch dem Impfstoff hergestellte Humus nicht dem Humus der "unberührten" Böden gleicht sondern in seiner mineralischen, organischen und mikrobiellen Zusammensetzung auf die "humusarmen" Kultur-Ackerböden und die dort angebauten Kultur-Pflanzen abgestimmt ist.
Diesem Aspekt ist noch viel Forschungsarbeit zu widmen.

Der theoretisch Wert liegt sicher u.a. in den Angaben der Mikroorganismen-Arten, die zu einem fertigem Kompost hinzugefügt werden sollen um ihn zu einem Humus weiterzuentwickeln.

Ich habe gerade den CMC-Kompoststarter von Lübke unter dem Mikroskop.
Da wimmelt es nur so von Mikroorganismen - einen Tag nach der Zugabe von Wasser zu dem ansonsten nur scheinbar aus Sandkristallen bestehenden Pulver.
Aber alle seeehr klein. Mindestens 600-fache Vergrößerung erforderlich.
So gut wie alles Flagellaten - seien es Bakterien, Algen, "Schwärmer oder sonstige Kleinstformen, die in ihrem Lebenszyklus als peitschengetriebene Nano-U-Boote auftreten.
Hoffe, ich kann das eines Tages auch mal mit Foto und Video zeigen.

Dagegen die Aufzählung der Organismen-Gruppen von France:

Sie enthält ALLE Leitformen die zur Umwandlung von Kompost in Humus und seine dauerhafte Erhaltung notwendig sind.
Diese Leitformen, eingeteilt in ca. 60 Gruppen, hat er gewonnen aus seinen Untersuchungen von ca. 130 verschiedenen Böden, dargelegt in seinem Buch "Das EDAPHON".
Offensichtlich sind diese 60 Organismengruppen aus dem Edaphon für den Impfstoff auf ca. 9 - 11 Gruppen reduziert oder zusammengefaßt worden.
Diese Verringerung bedarf noch einer genauen Analyse.

Gegenüber der Aufzählung und dem Rezept von France sind ALLE Impstoffe die bis heute entwickelt worden sind nur ein winziger Auschnitt aus dem Mikroorganismen-Universum des Edaphons.

Der CMC-Kompoststarter ist da keine Ausnahme, auch wenn dort 55 Mikroorganismen drin sein sollen.
(Leider sind die Lübkes durch den Kauf der Herstellungsprozesses der Mischung angeblich zum Schweigen verpflichtet und ich werde wohl auch keine näheren Informationen bekommen.)
Der Blick durchs Mikroskop lehrt: nur EINE Sorte von Mikroorganismen tobt da herum.
Ihre Aufgabe lt. Angabe auf der Packung: die Kompostierungsphase starten und beschleunigen.
DIE aber braucht in keiner Weise gestartet oder beschleunigt werden, denn jede absterbende organische Substanz bringt schon ihre Abbauer mit, ja sie sind schon immer auf ihr vorhanden (zB. als Zysten, Dauerstadien).
Nur wenn das organische Material abgebaut und in seine Bestandteile zerlegt ist, dann wird es kritisch.
Denn jetzt sind andere Mikroorganismengruppen erforderlich, die diese Bestandteile in für Pflanzen schmackhafte Bestandteile verwandeln - mit anderen Worten Humus.

Diese Humusaufbauer sind für mich noch eine "mysteriöse" Gruppe. Welche Arten sind das, was machen sie genau ?
Fragen einer zukünftigen Forschung, die hoffentlich beantwortet werden können.

Ein weiteres zu lösendes Problem: die "natürliche" Vermehrung der Mikroorganismen.

Und zwar nicht in einem industriellen Bioreaktor sondern von "aus der Natur Entnommenen" (Annie France-Harrar) Mikroorganismen.
Diese werden nicht einzeln als Art sondern zusammen mit ihrer Biozönose und vermehrt wird auch nicht eine einzelne Art sondern die Lebensgemeinschaft.

Die Anzahl dieser verschiedenen Lebensgemeinschaften, ihre zugehörigen Arten und die Art ihrer Vermehrung ist noch harte Forschungsarbeit für die Zukunft, denn darüber haben die Francés keine schriftlichen Aufzeichnungen hinterlassen soweit ich bisher Einblick in den Nachlaß nehmen konnte - und das sind ca. 99,9 %.

Aber einen Hinweis haben wir: EINE natürliche Vermehrung einer natürlichen Lebensgemeinschaft ist der Heuaufguß (Annie France-Harrar: "An meinen unbekannten Nachfolger").
Dort sind alle beisammen die eine naturbelassene Wiese sowohl am Leben erhalten (Humus) als auch ihre sterblichen Überreste in den Kreislauf der organischen Substanz wieder einfügen (Kompost).


Fazit:

Die Spur des Impfstoffs führt geradewegs vom Edaphon zur Impferde, Impfziegel und "Edaphon-Humus".

Das Geheimnis der Komposition des Impfziegels ist prinzipiell gelöst.

Aus dem Nachlaß haben wir keine wesentlichen neuen Erkenntnisse mehr zu erwarten. (**)

Jetzt bleibt nur noch: S E L B S T PRAKTISCH TÄTIG WERDEN wenn der Impfziegel wiedergeboren werden soll.

-

(*) Originalrezept von Dr. Pfeiffer gekauft, der dieses im Auftrag von Rudolf Steiner entwickelt hat.


(**) Ach, aber Mexiko und Brackwede hätte ich noch gerne inspiziert. Vielleicht gibts da doch einen interessanten Zufallsfund ..



"Humusianer wie wir" - da frage ich mich mit welcher numerischen Größe dieser Plural wohl versehen ist - wahrscheinlich viel geringer als Mikroorganismengruppen im Impfziegel.


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BeitragVerfasst: Mi 12. Sep 2012, 08:29 
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Für henrike.

Mikroorganismen des "Ur-Impf-Stoffs" gezeichnet von Raoul H. France

Bild

Tja, da werden sich die Mikroskopierer freuen, denn jetzt weiß man wonach man suchen soll und wie es ausssieht.

Bild

Offensichtlich muß Raoul H. France 1936 diese Mikroorganismen selbst mikroskopiert und sie nach dem mikroskopischen Bild gezeichnet haben.

Ausdrucken und in den Hausflur hängen .. oder neben das Mikroskop legen .. oder beim Komposthaufen aufstellen .. oder ...


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BeitragVerfasst: Do 1. Nov 2012, 09:01 
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Ich frage mich - warum nicht schon lange ? - wie Raul France auf das prozentuale Verhältnis der Mikroorganismengruppen gekommen ist ?

Ich kann mich an keines seiner Bücher erinnern, wo er darüber geschrieben hat.

Und zum Thema Boden-Mikroorganismen und ihre quantitative Verteilung hat er darin wenig bis garnichts gesagt.

In den Dokumenten des unveröffentlichen Nachlasses ist auch nichts zu finden.

Die erste Erwähnung findet sich hier in seinem Skizzenbuch.

Alle weiteren Angaben nehmen immer darauf Bezug bzw. werden unverändert aufgeführt.

Auch Annie France-Harrar hält sich daran.

Sollte ich eines Tages mal Zeit dazu haben muß ich dem noch mal nachgehen.

Klar ist aber auch, daß es hier nicht auf das eine oder andere Prozent ankommt, denn die Schwankungen sind gewaltig je nach Jahreszeit und Umgebung.

Auf der anderen Seite sind aber auch die wiederholten Hinweise der Frances wichtig, daß ein Übergewicht einer Mikroorganismengruppe eine Abweichung von "gesunden" Bodenverhältnissen bedeutet.

Ein Beispiel dafür ist das Überwiegen von Bakterien oder anaeroben Mikroorganismen.

In Gewässern ist sowas sofort augenfällig bei einer "Algenblüte", im Boden ist das nicht so ohne weiteres zu sehen.


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BeitragVerfasst: Do 27. Dez 2012, 19:52 
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Registriert: Sa 12. Dez 2009, 18:31
Beiträge: 1212
Ich bin sehr froh,

daß es sich ergeben hat, daß der "Impf-Ziegel" KEINE SPEZIELLEN Bestandteile hat, d.h. besonderen mineralischen, organischen und mikrobiologischen Inhaltsstoffe sowie keine besonderen Gruppen von Mikroorganismen enthält, so wie es die unendliche Anzahl von Komoposttzusätzen und fruchbarkeitserhöhenden Mittelchen, die im Verlauf der letzten Jahrzehnte entwickelt und am Markt angeboten wurden und deren Zusammensetzung oft geheim gehalten oder sogar patentrechtlich geschützt werden.

Der Edaphon-Humus und die aus ihm abgeleitete "Impf-Erde" und der "Impf-Ziegel der Frances hat seinen Ursprung im Wald und in seiner von ihm produzierten fruchtbaren Erde: dem Humus.
Alle anderen bisher erfundenen "Mittelchen" berufen sich auf spezielle Materialien oder historische Umstände oder "neue" wissenschaftliche Entdeckungen.

All diese Mittelchen haben ihre spezielle Berechtigung und können eine spezielle Lösung anbieten, aber sie sind festgelegt auf diese vorgesehenen speziellen Anwendungsgebiete und von Anfang an in ihrer Wirkung auf diese begrenzt, für die sie meistens eine empirischen belegte Wirksamkeit nachweisen können, aber sie weisen in ihrer Grundkonstruktion nicht über sich selbst hinaus, dh. sie sind gebunden an den in aden meisten Fällen im Labor experimentell durchgeführten empirisch Rahmen, der oft schon in der freien Natur oder bei neuen Anforderungen nicht aufrecht erhalten werden kann.

Der Edaphon-Humus und seine Varianten sind nur ein temporäres Durchgangsstadium im Kreislauf des Organischen und ein spezieller Ausschnitt aus der Zusammensetzung seiner gesamten physikalischen Bestandteile und diese aufgrund seiner Konstruktion seiner begrenzten Zusammensetzung weist von sich aus darauf hin eine sich selbst erhaltende Gesamtlamtlösung zu schaffen, die den menschlichen Eingriff in den selbstädigen Regelungsprozeß auf ein Minimum reduziert.

Der Edaphon-Humus kommt "seiner Natur nach" vom Wald und muß seiner Natur nach auch wieder "zum Wald zurück", denn er ist "nicht für die Ewigkeit gemacht" sondern zum "VERBRAUCH" auf den vom Menschen geschaffenen Kulturböden bestimmt, deren ursprünglicher, vom Wald geschaffener Humusgehalt sich der Mensch ohne Vorleistung an vorausschauender Arbeit angeeignet hat und die von sich aus langfristig den verbrauchten Humus weder erhalten noch neuen schaffen können.

Um diesen Humus ehalten zu können bedarf es nicht nur einer regelmäßigen Stillegung sondern darüber hinaus auch langfristig wieder einer erneuten Bewaldung der "verbrauchten" Kulturböden, um die ursprüngliche Fruchtbarkeit wieder herzustellen durch ein uneingeschränktes mikrobiologisches, pflanzliches und tierisches Leben auf und im Boden, den Seen und den Flüssen.

Die akademische Bodenwissenschaft, so wie sie sich in den letzten hundert Jahren entwickelt hat, ist nur ein Notfallrepaturwissenschaft die versucht, das, was sie selbst durch einseitige Maßnahmen in dem Bodenhaushalt der Natur aus dem Gleichgewicht gebracht hat, wieder zu repaieren und in den negativen Auswirkungen zu begrenzen - mit neuen Ungleichgewichten.

Hopeless Cases - Ann Clark



Der Edaphon-Humus jedenfalls beruht von Anfang an auf einem Gesamtkonzept, das den Acker und Kulturboden aus der Perspektive des Waldes sieht und dessen Funktion für den Kreislauf des Humus beachtet, also sich nicht auf deren enge Grenzen beschränkt.

Aber darüber ist ja hier und anderswo schon viel gesagt worden.

Der Edaphon-Humus (und seine Varianten ) ist einfach eine Untermenge des durchschnittlichen Edaphon, so wie dieses "schon immer" als fruchtbare Erde den mikrobiologischen, pflanzlichen und tierischen Reichtum hervorgebracht und erhalten hat.

That's all - Seasick Steve : Genialer Video Remix




Ende des Weihnachtsmärchens ..


---

Mehr Seasick Steve:

Studio Version in HQ



Mit Bild



Seasick Steve - Save me



1 string guitar and diddley bo' Mississippi drum machine


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